London Tag 4

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Heute waren wir schon um 9 Uhr aufbruchfertig. Mein Versuch, mit den Jungs zu dritt in dem riesigen, superbequemen Doppelbett im Souterrain zu schlafen, weil das Ausziehsofa so hart ist, war fehlgeschlagen. Also wachte ich mit schmerzenden Hüftknochen um halb acht auf, und kurz danach auch Luke. Wir sind dann zur Tower Bridge gefahren – die einzige typische London-Sehenswürdigkeit, die ich mir rausgesucht hatte. Die Jungs wären zwar noch lieber mit dem Riesenrad (London Eye) gefahren, aber da traue ich mich nicht rein. Es ist ja das größte Riesenrad Europas, und ich stelle mir vor, dass es allein schon eine Stunde dauert, bis die Leute alle aus den Kabinen raus- und neue Leute reingestiegen sind. Dann hängt man da ewig in 135 Metern Höhe herum. Nee, nicht mit mir, nicht mit dem Commander… Unterwegs gabs bei schönem Sonnenschein ein Eis und konnten wir auch noch den Tower bestaunen und ein paar Bilder machen und dann eben die Brücke. Für halbwegs günstige 14 Pfund für die ganze Familie klettert man im einen Turm 200 Stufen hoch, schaut sich oben wunderschöne alte Filmaufnahmen aus der Zeit an, als sie mit Pferdekutschen über die Brücke fuhren, und läuft dann oben in einer der Querstreben zum anderen Turm. Leider haben sie dort oben alles mit Glas verkleidet, sodass man durch einen geschlossenen Raum geht und der Nervenkitzel fehlt, und nicht nur das, es hängen auch viel zu viele Erklärtafeln und Flatscreens herum, die einem den Ausblick verstellen. Aber es gibt wie auf dem Eiffelturm ein Stück Glasboden, über den man laufen kann, während unten Themse und Verkehr fließen. Die Jungs haben sich darüber getraut. Im anderen Turm gibt es weitere Filme über den Bau der Brücke. Dann mit dem Aufzug hinunter und in die Maschinenräume der Brücke aus viktorianischen Zeiten. Es wird erklärt, wie mehrere Dampfmaschinen dafür sorgten, dass sich die Brücke aufklappen kann, sodass größere Schiffe hindurchfahren können. Heute läuft das mit anderen Gerätschaften – leider erst am 22. April zum nächsten Mal. An einem Modell konnten die Jungs selbst die Brücke in Bewegung setzen. Alles in allem nicht wahnsinnig aufregend, aber eine nette Unternehmung. Dann spazierten wir am Themseufer Richtung London Bridge – vorbei an einem alten Kriegsschiff. An der London Bridge unter den sich kreuzenden Gleisen mehrerer S-Bahn-Linien gibt es den Borough Market, den ich bei meinem letzten Besuch kennengelernt hatte. Es gibt einen Marktteil, auf dem typische Marktwaren verkauft werden wie Käse, Schinken, Backwaren, etc., und einen Marktteil mit Street Food Buden. Und wieder ein Himmel für glutenfrei-Esser: An jeder zweiten Bude hängen Schilder, welche Sachen man essen kann, oder zumindest der Hinweis „Nahrungsmittelallergiker bitte fragt uns“! Ich entschied mich für ein äthiopisches Gericht mit Reis, Kohl, Linsen und Hühnerfleisch, das zusätzlich laktosefrei war und das ich mir mit Luke teilte. Nick traute sich und probierte die typisch britischen Fish & Chips, die ihm auch super schmeckten, nur auf den Essig verzichtete er dankend. Dann bekamen die Jungs noch gebrannte Mandeln und ich fand den Stand „The Free From Bakery“, von dem ich schon im Internet gelesen hatte: die köstlichsten Backwaren, Torten, Muffins, Müsliriegel, Cookies, Cupcakes, Kuchen, und an jedem hängt ein Schildchen mit Info, ob gluten free, dairy free, ohne Eier, ohne Nüsse, … Traumhaft. Zusätzlich alles bio. Ich kaufte einen köstlichen Karottenkuchen für 7,50 Pfund. Es gibt ein kleines Gartenhaus auf dem Markt, wo man gemütlich zwischen Blumen und einem Straßenmusiker essen kann. Dann hat Luke auf dem U-Bahn-Plan herausgefunden, dass es eine durchgehende Linie bis zu uns nach Camden gab, bevor ich überhaupt soweit war, das zu prüfen. U-Bahn-Pläne faszinieren ihn, seit ich ihm und Nick einen besorgt habe, weil in Berlin mehrmals Bahn-Chaos geherrscht hatte und sie Umwege zum Handball fahren mussten. Auf dem Rückweg spazierten wir wieder die Camden High Street hinauf – das finde ich wirklich toll, dass wir jeden Tag in dieses Viertel, wo andere Touristen vielleicht einmal einen halben Tag verbringen, „nach Hause“ fahren können. Auch in dem Marktgewirr, in dem ich mich auch nach fünf Londonbesuchen immer noch verlaufe, finden sich die Jungs beinahe blind zurecht. Nick wollte nochmal in den Sportladen, noch mehr Angeber-Ghetto-Klamotten anprobieren, und ich musste eine Aladin-Hose umtauschen, was auch gelang. Dann machten wir zu Hause Mittagspause und gingen nachmittags nochmal zum Fußballspielen in den Primerose Hill und den Regent’s Park bei uns um die Ecke, wo sie inzwischen leider alle Fußballtore abgebaut hatten. Und jetzt sind wir ko.

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