Mittwoch, 24. Juli

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Happy Birthday, Oma Hanni!!! Wir haben dich leider telefonisch nicht erreicht und dir auf die Handy-Mailbox gesprochen!!! Wir haben dir einen tollen Kaffee (Bohnen) aus unserem Bioladen gekauft, die Sorte „Park Slope“, das ist hier das Stadtviertel, wo wir wohnen, und die Sorte, die Biomütter hier alle trinken! Und die Jungs haben Samen für dich gesammelt von einem Baum, der hier vor unserer Tür wächst, die sollst du einpflanzen, damit der Baum sie bei euch immer an New York erinnert. Eine Freiheitsstatue aus Plastik, dachten wir, brauchst du eher nicht… und viel mehr Shopping als Andenkenläden haben wir ja nicht gemacht, Andy ist auch schon sauer, weil wir ihm so wenige T-Shirts mitbringen, aber ich habe ja für mich auch nichts gekauft, eine Shopping-Tour mit den Jungs wollte ich ihnen – und mir – nun wirklich nicht zumuten, es ist so schon anstrengend genug, sie bei Laune zu halten.
Gestern Nachmittag waren wir wieder auf dem „Harmony Playground“ im Prospect Park und ich wurde von einer Gruppe Eltern angequatscht: Psychologin Danielle, Jazz-Musiker Nick und eine Freundin, deren Namen ich nicht verstanden habe. Das war so nett! Ich hatte ganz vergessen (vom Schüleraustausch), wie schnell man hier Anschluss findet (weiß aber noch, wie schwer ich es damals fand, dass alle Kontakte dauerhaft oberflächlich blieben und niemand über ernste oder wichtige Themen sprechen wollte). Eigentlich geht es immer so, dass Nick und Luke mich auf Deutsch ansprechen, jemand hört das, sagt: Ahh, ihr seid aus Deutschland, und schon ist man im Gespräch. Allerdings zeigt einem das auch, wie vorsichtig man sein muss, wenn man auf Deutsch über Leute redet, die in der Nähe sind – im Zweifelsfall verstehen sie einen! Offenbar hat hier jeder einen Verwandten in Deutschland. In Manhattan mussten wir sogar vor einem alten Mann mit Krückstock fliehen, der hinter uns her humpelte und uns die deutsche Geschichte seiner Familie hinterher rief.
Also Danielle ist halb Amerikanerin, halb Deutsche und hat einen deutschen Mann, der für die Friedrich-Ebert-Stiftung (SPD) arbeitet. Sie haben lange in Berlin gelebt und jetzt in NY, aber ihr Mann will wieder zurück. Die beiden Töchter (3 und 6) sprechen Deutsch und Englisch. Die Freundin hat nur von ihrem Pilateskurs erzählt und Nick spielt Kontrabass in der Jazzband von Randy Crawford, er hat schon in Berlin im A-Trane gespielt und ist demnächst in Leverkusen auf Tour http://www.leverkusener-jazztage.de/programm/info/131116-randy-crawford-and-joe-sample.php. Wir haben uns zwei Stunden unterhalten, wobei zwischendurch natürlich immer die jeweiligen Kinder kamen und was wollten. Aber das ist ja auch nicht schlimm, ich hab jetzt auch keine Kontaktdaten ausgetauscht oder so, aber ich fand es einfach so toll, mit denen da zu sitzen und mich zu unterhalten und das Gefühl zu haben, für einen minikleinen Moment dazuzugehören (bis es anfing zu regnen). Sie haben mir ein Familienrestaurant empfohlen, in dem man gut und unter Einheimischen brunchen kann – vielleicht machen wir das am Freitag noch vor unserem Abflug, denn da bekommen wir ja auch erst im Flieger um 18h was zu essen.
Heute war dann endlich die Wettervorhersage so gut, dass wir wie versprochen zum Strand fahren konnten. Haben uns den South Beach auf Staten Island angeguckt. Die Fahrt über die Verrazano-Narrows-Brücke, immerhin die siebtgrößte Hängebrücke der Welt, war nicht so spektakulär wie gedacht, weil der Bus in einer der unteren, ziemlich eingemauerten Spuren fuhr, man konnte zwar einen Blick auf Manhattan erhaschen, hatte aber nicht so richtig Weitblick. Das Bisschen, was wir von Staten Island gesehen haben, hat uns eigentlich gut gefallen (bis auf den Stromkabelsalat), dort wohnen offenbar vernünftige Leute in zumeist gepflegten kleinen Holzhäuschen, es erinnert von der Strandatmosphäre her an Neu England, wo ich ja mit Furrs damals war. Die New Yorker verachten ja die Staten Island-Bewohner, aber ich könnte mir schon vorstellen, in S.I. zu wohnen und zur Arbeit mit der Fähre nach Manhattan reinzufahren…
Also der Strand war auch nicht spektakulär, aber schön breit, gepflegt, mit Klo und Kiosk, aber ohne Brimborium und nicht so voll mit Idioten. Spektakulärer soll der Strand weiter südlich im Great Kills Park sein, aber das hätte nochmal umsteigen in weitere Busse und Bahnen bedeutet. Die Wellen/Atlantikbrandung und Muscheln gefielen den Jungs in Rockaway am besten, das Drumherum natürlich in Coney Island, South Beach war aber auch ok für sie. Ich war eigentlich ganz zufrieden dort, weil die Leute so „normal“ waren. Außer einem Rentner, der den ganzen Tag mit einem Metalldetektor herumrannte und den Sand nach Münzen siebte…
Morgen an unserem letzten Tag hätte ich Lust gehabt, mit der Regionalbahn nach Long Island (Hamptons) rauszufahren und mir anzusehen, wo die New Yorker an den Sommerwochenenden hinfahren. Die Hamptons kommen ja auch in vielen Filmen vor. Aber die Jungs haben keine Lust mehr auf so einen großen Ausflug und ich habe versprochen, sie dürfen aussuchen, Andy möchte mehr T-Shirts, also werden wir ein zweites und letztes Mal nach Coney Island fahren, wo es Meer und T-Shirts in nächster Nähe gibt. Vielleicht Neu England im nächsten Sommer???

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