Donnerstag, 18. Juli

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In der Nacht zu heute habe ich endlich mal ein paar Stunden schlafen können, so von 20 Uhr bis 2 Uhr nachts. Dann war es wieder zu stickig im Zimmer und ich musste die Klimaanlage anmachen, woraufhin wieder kein Schlaf mehr möglich war. Um 4.30 wachte Luke auf und schlief auch nicht mehr ein. So begann unser Tag also sehr früh mit dem erfolglosen Versuch, leise zu sein und unsere Vermieter nicht zu wecken.
Um halb acht waren wir aufbruchbereit für unseren Tagesausflug. Mir war schwindelig von dem Wetter und weil mein Körper glaube ich nicht so recht rafft, dass sich die Blutzucker-Nüchternzeiten hier verschieben. Nachts musste ich einmal mit Apfelsaft nachhelfen, weil mir so zittrig war. Nach dem zweiten Frühstück unterwegs wurde es besser.
Wir fuhren zum ersten Mal nach Manhattan rein, in den Central Park. Im Internet steht, in 15min. sei man von Brooklyn aus in Manhattan, aber das ist doch arg untertrieben. Vielleicht von Flussufer zu Flussufer. Wir haben jedenfalls 45min. gebraucht bis zum Park, der ziemlich weit nördlich liegt. Dort aus der U-Bahn zu steigen und zwischen den Hochhäusern direkt neben einem Hot Dog-Stand aufzutauchen, war großartig! Die Jungs staunten über die vielen Taxis. Dann aber gleich rein in den Park, wo gleich ein schöner Wasserspielplatz war – und die Jungs wieder in ihrem Element. Die meisten Fotos mache ich hier wohl von nassen Kindern. Das historische Karussell war wegen der Hitze leider geschlossen.
Dann spazierten wir weiter, an den Strawberry Fields vorbei, wo ein Gedenkstein und ein Gedenkmosaik an John Lennon erinnern. Ein schlechter Straßenmusiker gitarrte „Let ist be“ und verdiente viel Geld damit. Die japanischen Reisegruppen traten sich gegenseitig auf die Füße. Schnell weg dort. Zum ausgeschilderten „Aussichtshügel“, auf dem man absolut null Aussicht hatte, weil alles zugewachsen war. Hm. Die Jungs nahmen jeden Rasensprenkler mit und tranken aus jedem Wasserspender, bekamen auch ein Eis. Auf halber Höhe des Parks, ca. zwei Kilometer, beschlossen wir umzudrehen und einen anderen Weg zurück zu gehen, weil wir noch zwei weitere Kilometer bis zum Nordende bei der Hitze und wieder zurück uns nicht antun wollten. Wir gingen durch ein Gebiet, das „The Ramble“ heißt und an einen Dschungel erinnern soll. Schmale, mit Rindenmulch ausgelegte Irrwege wanden sich durch den an dieser Stelle dicht zugewachsenen Park. Am besten gefiel mir eine Stelle, an der ein wohl künstlich angelegtes steinernes Flussbett vom Berg runterkam, das mich an eine Stelle auf der Kampenwand erinnerte. Die Jungs waren da aber schon zu k.o. von der Hitze, um dort noch zu spielen. Wir kamen an eine Brücke, die gesperrt war, und das war unser großes Pech, denn weil man in „The Ramble“ absolut null Orientierung hat durch das Rum- und Rum- und Rumgehen und nichts Sehen, verliefen wir uns und gingen immer im Kreis, bis wir überhaupt nicht mehr wussten wohin und schließlich wieder am nördlichsten Punkt unseres Rundweges ankamen, wo wir vor einer halben Stunde schonmal gewesen waren. Ein nettes älteres Pärchen, das sich auf einer Wiese ausruhte, half uns aus der Patsche. Wir wollten nur noch raus aus dem Park und sie zeigten uns den Weg zur 5th Avenue. Die gingen wir dann südwärts, und als wir wieder an unserem Ausgangspunkt angekommen waren, waren wir sicher 6km gewandert (bei 35 Grad schwüler Hitze!). Man ist hier in Sekunden dermaßen durchgeschwitzt, dass beim Trocknen ein Salzrand auf dem Hemd zurückbleibt! Fazit: Der Central Park ist schon toll, sehr abwechslungsreich angelegt, man kann dort super spazieren gehen, die Hochhäuser hinter den Bäumen bestaunen, und findet viele ruhige Plätzchen. Aber im Frühjahr, wenn es nicht ganz so heiß ist, ist es sicher angenehmer.
Ein Glück, dass am Südende des Parks gleich New Yorks ältestes Kinderkaufhaus liegt: FAO Schwartz. Man konnte das dicke, alte Buch besichtigen, in das Herr Schwartz vor hundert Jahren seine Spielwaren-Bestellungen eingetragen hat. Drinnen war es angenehm kühl, aber die Jungs wussten vor lauter Zeug mal wieder nicht, was sie eigentlich suchen wollten. Harry Potter ist in NY seit Jahren out, wie uns die nette Verkäuferin erklärte, es gibt nur noch Restposten, keine Zauberstäbe mehr. Das war eine große Enttäuschung. Dann wollten die Jungs NERF Pistolen haben, aber die darf man im Fluggepäck nicht mitnehmen. Also hat sich Luke für eine Packung Lego entschieden und Nick für einen ferngesteuerten Hubschrauber von der Art, von der Andy schon mindestens drei kaputtgeflogen hat. @Inga: Halloween-Sachen gab es gar nicht.
Danach noch zwei, drei Blocks durch die Hochhäuser und ab in die U-Bahn nach Hause, Chili mit Reis essen. Als ich die Chili-Dosen mangels Dosenöffner mit einem Messer aufstemmte, sagte Nick zu mir: „Du kriegst immer alles irgendwie hin, Mama!“ Das war wirklich das größte Kompliment, das er mir machen konnte.
Nach der Mittagsruhe, die angesichts unserer Aufstehzeit ja schon fast am frühen Abend stattfand, gingen wir noch in „unseren“ Prospect Park (barfuß, bescheuerte Idee, kochendheißer Asphalt) und probierten einen anderen Supermarkt, der aber so schlecht ausgestattet war, dass wir doch wieder beim teuren Union Market landeten. Ich weiß nicht, was die Amis kochen, wir hatten jedenfalls jetzt einmal Nudeln mit Tomatensoße, einmal Dosenchili mit Reis, für morgen haben wir panierte Hühnchenschnitzel mit Reis und fertiger Currysoße und für übermorgen Nudeln mit improvisierter Käsesoße. Und danach mussten wir sehr lange suchen. Selbst das Brathähnchen ist uns nicht ganz geheuer…

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